Erfahrung in der Krise erst recht gefragt Drucken
Donnerstag, 18. Dezember 2008 um 00:00


Der Vorarlberger AK-Präsident Hubert Hämmerle bringt kein Verständnis dafür auf, dass verschiedene Wirtschaftsforscher ausgerechnet auf Kosten älterer Arbeitnehmer der Rezession entgegenwirken wollen: „Da machen es sich ein paar studierte Herren zu einfach!“

Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdienen in der Relation zu jungen mehr. Dem steht allerdings auch ein Mehr an Erfahrungswissen gegenüber. „Es ist also extrem kurzsichtig, gerade in schwieriger gewordenen Zeiten darauf zu verzichten“, sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle zu Vorschlägen, die Lohnkosten ausgerechnet bei den Älteren zu kappen. „Heute weiß man, dass eine sinkende physische Belastbarkeit im Alter durch andere Stärken mehr als wettgemacht wird. Dazu zählt neben der beruflichen und sozialen Kompetenz auch Besonnenheit. Und die ist im momentanen wirtschaftlichen Umfeld besonders gefragt.“

Aber nicht nur zum Durchtauchen der aktuellen Krise braucht die Wirtschaft die älteren Bechäftigten, sondern erst recht für die Jahre danach, wenn es wieder aufwärts geht. Hämmerle: "Wir müssen deshalb die Anstrengungen für ein funktionierendes Generationen-Management und betriebliche Gesundheitsförderung noch stärker forcieren als vor der Krise angenommen!“

Hubert Hämmerle hat bereits 2007 das Generationen-Management als Schwerpunkt der AK-Politik lanciert. Unter anderem wurde für die wichtigsten Branchen in Vorarlberg untersucht, wie sich der demografische Wandel auf die Arbeitsmarktsituation auswirkt. Das Ergebnis auf den Punkt gebracht: In weniger als zehn Jahren werden in fast allen Branchen die älter gewordenen Arbeitnehmer jene Lücke schließen müssen, der durch den Geburtenrückgang am Sockel der Alterspyramide entsteht.